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Endlich wieder Menschen auf Gummireifen! Mein persönliches Fitnessprogramm...

Jetzt passierts wieder: Frauchen scheucht mich, trotz Nachtschicht, jetzt wieder viel zu früh von meinem wohlig weichen Platz auf der Federdecke (ich habe mich nachts heimlich aufs Bett geschlichen) zum Morgenspaziergang in meinem Revier. Und sie bringt mich wider Willen in den Hundesalon für einen extra kurzen (!!) Fellschnitt (wenigstens treffe ich da immer diese süsse Pudeldame). Es ist also soweit – der Sommer ist da!

 

Und das heisst für mich auch viel Spass, denn die Menschen steigen wieder auf ihre komischen Fahrgestelle. Frauchen nennt sie „Biker“  und sie kommen endlich zurück aus ihren Verstecken. Ja, wie haben sie mir gefehlt, ihre entsetzten Blicke, wenn ich sie zum Spass anknurre und sie dann vor lauter Schreck beschleunigen. Ganz verstehe ich das ja irgendwie immer noch nicht:  Sie steigen auf so ein wackeliges Ding mit dünnen Gummireifen (die lassen sich nicht mal anständig zerbeissen!) und müssen auch noch etwas dafür tun, dass es fährt. Wäre doch viel bequemer mit dem Auto (Fenster runter - Kopf raus – sich den Wind durch die Ohren pfeifen lassen…) Aber gut, Frauchen meint, das wäre gut für die Fitness – also bin ich unseren Gästen doch gerne behilflich, fit zu werden…

 

Am besten gefällt mir ja die Farbveränderungen der Menschen, wenn ich hinter ihnen herlaufe und sie mit ihren Beinen so richtig fest diese seitlichen Stangen nach oben und unten treten  - in der Hoffnung, dass sich das Drahtgestell dann schneller bewegt und sie mir entkommen können.

 

Zuerst ist die Haut noch rosig und manche lächeln sogar. „Oh, so ein süsser schwarzer Pudel, komm doch mit uns“, höre ich sie dann sagen. Süss!! Mir gehört hier das Hotel und ich bin alles, nur nicht süss!! „Anmutend“ lasse ich mir schon eher gefallen und wenn ich die Gäste dann mit meinen schwarzen Knopfaugen anhimmle und den Kopf zur Seite neige, können sei mir kaum widerstehen – Streicheleinheiten sind mir gewiss und ein Leckerli gibt dann noch obendrauf – so macht man das als richtiger Pudelbursche! Und der Mensch fühlt sich gleich total sicher vor mir auf seinen Gummireifen… - denkste!

 

Wenn er dann in Richtung Ermatingen, immer gemütlich dem See entlang, losfährt und so richtig die frische Seeluft und den Ausblick geniesst, bleibe ich zuerst schön brav mit etwas Abstand hinter ihm. Nach der ersten kleinen Steigung Richtung Salenstein ins Renental schaut er sich dann bald einmal um. Das ist dann mein Zeichen und das OK für den Start des legendären Gino-Gäste-Fitnessprogramm. Mein Blick wird strenger, ich werde schneller und lasse ein kurzes Knurren ertönen. Siehe da, der Hautton wechselt bald von rosig zu rot, die Pedal-Tritte werden schneller und er beginnt zu schnaufen! Schon haben wir das erste Trainings-Level erreicht – so einfach ist das. Da lasse ich doch glatt ein kurzes Lob-Gebell ertönen.  

 

Wenn wir beim Wolfsberg sind,  finde ich es dann ganz besonders lustig, so zu tun als wollte ich in die Reifen beissen. Das gehört zum Unterhaltungsprogramm, natürlich würde ich das nie tun. Aber man muss den Schein und seinen Ruf schliesslich wahren.…

Nun beginnt Level 2 des Fitnessprogramms  – Hundetrainer würden Intervalltraining dazu sagen. Das mache ich solange, bis der Kopf hochrot ist und die Haare nass aussehen, als wäre er in den Bodensee gefallen. :-)

 

Angekommen beim Zelglihof lege ich meinen treuherzigsten Blick auf, denn hier bei der Bank unter den grossen Bäumen ist mein absoluter Lieblingsplatz und das „Rotgesicht“ muss spätestens hier dringend eine Pause einlegen. Mit meinem charmantesten Hundeblick krieg' ich bestimmt immer etwas aus dem gefüllten Picknickkorb! Dann schaue ich noch kurz nach meinen Freunden – der hübschen Lama-Lady (oh làlà - nun gut, sie ist schon etwas gross für mich) – und nach meinen Kumpels auf der Weide. Frauchen sagt immer, hier ist der schönste Blick auf den Bodensee. Ich hab ja eher ein Blick für die netten Hundedamen…

 

Auf dem Weg zurück ins Hotel bin ich dann meistens gnädig und versuche ein normales Tempo vorzugeben – streng, aber fair, so zum Cooldown! Manchmal fahren die Gäste (die Hautfarbe hat sich zwischenzeitlich wieder etwas normalisiert) noch an diesem hohen Turm vorbei – den mag ich gar nicht. 222 Treppen hoch und…  oben keuchend angekommen sind die Menschen mit ihren langen Beinen alle total begeistert – „ohh“ und „ahh“, ertönt es, und „die Aussicht ist atemberaubend schön“, höre ich sie sagen. Was machen die nur für einen Aufstand und mich beachten sie dann kaum – wo bleibt der Dank für mein Coaching?

 

Zurück im Hotel suche ich mir dann erstmal ein kühles Plätzchen -  so ein Menschentraining ist ganz schön anstrengend – am Liebsten bei meinem Frauchen. 

 

So - wer möchte bei mir ins Bike-Training einsteigen?

Hier meine Tipps..

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Findus (Donnerstag, 12 Juli 2018 11:08)

    Cooler Hund! :-))

  • #2

    Oreo, genannt Nüff (Sonntag, 15 Juli 2018 22:46)

    Am liebsten möchte ich dich auf deiner biker-tour begleiten lieber gino, besonders die netten pudeldamen und die bikerwadeln würden mich interessieren!